Meine Story – Meine Zunahme, Depressionen und wie ich sie besiegt habe

Meine Story – Meine Zunahme, Depressionen und wie ich sie besiegt habe

Vielen Übergewichtigen fällt das Abnehmen schwer und es wird leider oft als unerreichbares Ziel abgelegt. Wer Dutzende Diäten hinter sich hat, weiß wovon ich spreche.

Vor einigen Jahren erging es mir genauso. Ich stand da mit 167kg und träumte von meinem schlanken ich der ich mal war. Wenn ich mir Fotos ansah auf den ich schlank bin, verfiel ich in Depressionen. Ich erkannte mich nicht im Spiegel. Das bin nicht ich. So wollte ich nicht sein.

Nach unzähligen erfolglosen Diäten war der beste Weg es einfach zu verdrängen. Hauptsache mir ging es zum Augenblick gut. Nach außen hin mimte ich stets den fröhlichen und soliden. Tagsüber war das kein Problem, da war ich unter Menschen. Aber zu Hause wenn es dunkel wurde kamen Panikattacken und ich zerbrach innerlich, nicht abnehmen zu können. Zu dieser Zeit (2000-2003) dachte ich, schlimmer kann es nicht kommen. Ich ahnte nicht im geringsten, wie sehr ich mich da täuschte. 

Rückblick 1992-1995

Meine ersten Erfolge im Krafttraining

sahin & tarkan 2 Jahre © tacosfitnessblog

Mein Neffe und ich (1979)

Als Kleinkind hatte ich immer ein paar Pfunde zuviel, empfand mich aber nie extrem Übergewichtig. Als Teenager machte ich mir zwar ab und zu Gedanken über meine überflüssigen Pfunde, aber es berührte mich nicht.

Sportlich aktiv war ich schon immer. Wie es sich für einen Sohn eines Fußball Fans gehört, kam ich schon in der F-Jugend zum Fußball, dem ich bis zu meinem 22. Lebensjahr treu blieb. Es hat mir Spaß gemacht, aber mein wahres Interesse galt dem Kampfsport. Mit 15 wechselte ich nach drei Jahren Jiu Jitsu zum Kickboxen. Durch das harte Training (Fußball & Kickboxen) speckte ich etwas ab. Aber erst mit 17 kam die Motivation hinzu meinen Körper zu verändern. Meine ersten Bücher über Ernährung und Training bekam ich von anderen Studiomitgliedern. Doch das meiste lernte ich von Bodybuildern aus dem Fitnessstudio. Ich sog alle Informationen regelrecht in mich auf und stellte mir so meinen ersten Trainingsplan zusammen.

Meine ersten Erfolge mit Krafttraining (1994) 17 Jahre

Zu Beginn galt mein Ziel schneller und stärker für das Kickboxen zu werden. Doch das Workout mit dem Eisen entwickelte sich zur Passion und ich wollte mehr. Ab diesem Zeitpunkt lebte ich alleine für mein Workout. Kickboxen, Fußball und Krafttraining.

Sonntags z.B. gingen wir (mit meinem damaligen Trainingspartner) stets in der Früh ins Fitnessstudio und trainierten auf nüchternen Magen. Unser erstes Essen nach dem Training bestand immer aus einem Proteinshake mit Haferflocken und Bananen. 

Die ersten Ergebnisse nach monatelanger harter arbeit sprachen für sich (siehe Bild v. 1994 rechts). Meine größte Motivation bestand daraus, so auszusehen wie Sylvester Stallone in Rocky 3. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Die Rocky Reihe 1-3 sah ich mir in der Zeit fast täglich an, und aus den Kopfhörern meines Walkmans dröhnte der Soundtrack zu den Filmen. 

Taco 1995

Antalya Konyaalti Beach (1995)

Als das mit der Passion zum Eisen losging wog ich etwa 100kg. Ziel war es unter 80kg zu kommen, damit ich beim Kickboxen nicht mehr im Schwer- und Super Schwergewicht gegen 2m Boliden antreten musste.

Als 18 jähriger war es dann soweit. Im Sommer 1995 wog ich nur noch 76kg mit einem niedrigen Körperfettanteil (10-12%).Doch das hielt mich nicht davon ab weiter an mir zu arbeiten. Sogar im Urlaub wurde alles abgewogen und ich trainierte täglich mehrere Stunden.

Damals war mir das noch nicht genug. Ich wollte mit dem Körperfettanteil noch weiter runter. Schlussendlich riet mir mein Hausarzt davon ab. Es sah wirklich nicht mehr gesund aus. So beschloss ich an Masse aufzubauen.

Die Quittung – Burn Out

Nachdem ich 1995 beschlossen hatte Masse aufzubauen, tat ich das auch mit Erfolg. Muskelaufbau stellte für mich nie ein Problem dar. Je nach Wettkampfphasen (Kickboxen) pendelte mein Gewicht zwischen 82-89kg.

Ich konnte essen was ich wollte und hatte keinerlei Gewichtsprobleme. Ich achtete auf meine Ernährung, gönnte mir aber regelmäßig an den Wochenenden auch Junk und Fast Food.

Dann kam der Sommer 2000

Taco 2003 167kg © tacosfitnessblog

Höchstgewicht 167kg (2003)

Ich war schon eine Weile sehr unglücklich (Beziehung und Job) und konnte es auch eine Zeit lang gut verdrängen. Ein großer Fehler, was sich später herausstellte. Im Sommer 2000 folgte die Quittung, mein erster Burn Out. Ich bekam Panikattacken und litt ab da unter starken Depressionen. Seelisch ging es mit mir steil bergab. Innerhalb eines Jahres nahm ich mehr als 70kg zu. Nicht durch Frustfressen oder dergleichen. Ein „Full Day of Eating“ oder ein „Cheat Day“ funktioniert bei mir nur wenn es mir gut geht und ich gut gelaunt bin.

Das schlimmste in dieser Zeit war es, nicht zu wissen weshalb ich derart extrem zunahm. Ich kontaktierte diesbezüglich Dutzende Ärzte, aber wirklich helfen konnte mir keiner. Es lief immer wieder auf das selbe hinaus: „Herr Esin, sie essen zuviel. Machen sie eine Diät“.

Ich war es leid jedem meine Geschichte immer und immer wieder zu erzählen, wobei stets dieselben Antworten kamen. Aufgrund meiner schlechten seelischen Verfassung besuchte ich eine Psychologen. Er hörte mir 45 Minuten lang zu und gab mir daraufhin ein Rezept mit zwei verschiedenen Tabletten. Ich nahm die Pillen jeweils einmal und nie wieder. 

Drei Jahre vergingen. Es waren eine sehr harte Zeit. Die Panikattacken wollten einfach nicht verschwinden und das Abnehmen funktionierte nicht.

Im Herbst 2003 machte ich einen cut. Ich befreite mich von all dem Ballast, von allem was mich seit Jahren unglücklich machte und begann ein neues Leben. Eine große Hilfe war mir ein Personal Trainer aus Los Angeles (USA) den ich über das Internet (AOL) kennen lernte. Er sollte meine Motivation neu entfachen.

Don`t think too much about it, just do it

Taco 12-2-2004 © tacosfitnessblog

Februar 2004

In den Jahren 2000-2003 hatte ich nichts unversucht gelassen um abzunehmen. Angefangen von der Kohlsuppen-Diät bis zu Pillen, Pülverchen und Co. Nichts, aber rein gar nichts funktionierte. Ich nahm einige Kilos ab, es stagnierte, ich war frustriert, brach die Diät nach Wochen ohne weiteren Erfolg ab und der JoJo-Effekt schlug zu. Ich war verzweifelt, denn es schien als könne ich nie wieder abnehmen. Der Weg erschien mir unerreichbar. Sport war zu dieser Zeit kein Thema für mich. Aufgrund meiner Depressionen und Panikattacken blieb ich lieber zu Hause. Ein großer Fehler!

Im Verlauf unserer Gespräche mit Michael, dem Personal Trainer aus L.A., erzählte er mir wie Übergewichtig er einst war. Auf einer Website gab es Voher-Nachher Bilder von ihm, und er war früher extrem Übergewichtig. Er erzählte mir seine Story und wie er es geschafft hatte abzunehmen, einen muskulösen Körper aufzubauen und letztendlich als Personal Trainer zu arbeiten. Es war beeindruckend zu sehen das er es geschafft hat. Es war faszinierend zu sehen, dass jemand mit extremen Übergewicht erfolgreich abgenommen hat.

Manchmal genügt ein kleiner Lichtblick um seine Motivation neu zu entfachen. Der Gedanke das ich es ebenfalls schaffen kann lies mich von da an nicht mehr los.

Michael hatte über 100kg erfolgreich abgenommen. Seinen Erfolg beschrieb er mit nur einem Satz, „Don`t think too much about it, just do it“. Und genau danach lebe ich heute, „Nicht so viel darüber nachdenken. Einfach durchziehen“.

Meine Transformation 2003-2009

Nachdem ich mein Leben neu geordnet hatte ging es an die Pfunde. Ich begann wieder mit dem Krafttraining.

Zu Beginn zwang ich mich regelrecht ins Studio. Später kam Muay Thai als Workout dazu. Die Blicke im Fitnessstudio waren mir egal, denn ich hatte ein Ziel vor Augen und ein paar Vollidioten mit ihren dummen Kommentaren hielten mich sicher nicht davon ab.

Meine Ernährung gestaltete ich Old-School aus dem Bodybuilding. Ich experimentierte mit verschiedenen Ernährungsformen wie Low Carb, Low Fat, High Fat, Anabole Diät usw. Es gab regelmäßig einen Cheat-Day, und auch hier experimentierte ich. Es war eine Zeit der Selbstfindung. Mein Ziel war es ohne zu hungern und ohne großen Verzicht erfolgreich abzunehmen und gleichzeitig Muskeln aufzubauen bzw. einem Muskelabbau entgegenzuwirken und das erreichte zu erhalten.

Trainingstagebuch © tacosfitnessblog

So sahen meine Trainingstagebücher aus. Hier eines aus 2008 und 2009. Die Kalorientabelle ist noch von 1998

Mein Krafttraining gestaltete ich klassisch im 2er, 3er und 4er Split. Mein Trainingstagebuch wurde mein treuer Begleiter. Dort notierte ich mir alle Fortschritte, Rückschläge, Kalorien und die Einnahme meiner Nahrungsergänzungen. Viele schmunzelten über meine Gewohnheit alles zu notieren und nannten mich „Buchhalter“.

Innerhalb von zwei Jahren nahm ich 27kg ab. Das ist angesichts der Zeit nicht viel, aber es ging mir nicht mehr um Schnelligkeit. In den Jahren 2000-2003 wählte ich immer den scheinbar schnelleren Weg und verlor mehr Zeit als Gewicht.

In den darauf folgenden 2 Jahren nahm ich weitere 45kg ab und wog im Juli 2007 nur noch 95kg (siehe Bild). Es war ein großartiges Gefühl wieder schlank zu sein, aber ich war noch nicht am Ziel. Es war an der Zeit für die Feinarbeit.

Ein Problem mit schlaffer oder hängender Haut hatte ich nicht. Durch das langsame abnehmen und meinen konsequenten Bindegewebsmassagen bildete sich die überflüssige Haut zurück.

Taco 27_7_2007 © tacosfitnessblog

Sommer 2007 – 95kg

In den vergangenen Jahren konnte ich viele Erfahrungen sammeln um Umsetzen. Ich bildete mich selbst fort und verschlang ein Buch nach dem anderen über Trainingslehre, Anatomie und Ernährung. Zu diesem Zeitpunkt wurde es mir das aller erste Mal bewusst, dass ich mein Hobby zum Beruf machen werde.

Michael gab mir die Motivation an mich zu glauben und mit Abnehmen zu beginnen. Jedoch, die größte Unterstützung in den Jahren erhielt ich von meinem Neffen. Er war mein jahrelanger Trainingspartner und motivierte mich stets am Ball zu bleiben. Ein Arschtritt hier und da schadete nie.

Es war keine einfache Zeit und es gab Tage an denen ich trotz meiner Erfolge verzweifelte, weil ich wochenlang stagnierte. Das kann immer wieder mal vorkommen. Das Abnehmen geschieht niemals Linear. Hier ist es wichtig das Ziel nie aus den Augen zu verlieren.

Mein Tipp bei einer Stagnation: Ernährung überprüfen bzw. anpassen, Cheat Days einbauen, Körpermaße nehmen bzw. überprüfen, eine „Diät Pause“ einlegen und weitermachen. Ein Kalorientagebuch ist hier ein unverzichtbares Werkzeug.  

Neue Ziele setzen

Taco trink Yakult

Februar 2009 Hong Kong

Im Frühjahr 2009 befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner körperlichen Entwicklung. Nach dem Sommer begann ich meine Ausbildung zum Personal Trainer auf der BSA Akademie.

Zu meinem Krafttraining kam das Boxtraining hinzu um meine Boxtechnik zu verbessern. Mein Gewicht pendelte zwischen 90-99kg und der Körperfettanteil sank bis auf 10-15%. Nun galt es sich neue Ziel zu setzen, Masseaufbau.

Im Masseaufbau gibt es zwei Wege. Das lean bulking, was so viel bedeutet wie Masse aufzubauen ohne (großartig) Fett anzusetzen, oder im klassischen Bulking, bei dem man einfach alles isst was einem auf den Teller kommt. Ich empfehle stets das lean bulking, entschied mich aber für das klassische Bulking; aus gutem Grund. 

Taco Sommer 2010 © tacosfitnessblog

Sommer 2010 – 130kg

Da ich beruflich im Außendienst tätig war, aß ich viel auswärts. Hier beschränkte ich mich auf chinesisch; ich liebe chinesisch. Ab und zu stand auch Junk & Fast Food ala Buger & Co. auf dem Plan, aber meine Mahlzeiten bestanden hauptsächlich aus Ente, Hühnchen, Gemüse und viel Reis.

Meine erste Masseaufbauphase dauert etwa 9 Monate. Der Grund weshalb ich mich für das klassische bulking entschied, war mein erstes geplantes Online Projekt, „Zunehmen um abzunehmen“. Ziel dieses Projekts war es, Übergewichtige zu motivieren mit dem abnehmen zu beginnen und mit mir gemeinsam abzunehmen. So entstand die Idee zu Taco`s Fitnessblog. Es sollte eine Art Online Tagebuch werden, bei dem mir jeder über die Schulter schauen und mitmachen kann, mit vielen Tipps rund um die Themen Ernährung, Krafttraining und Abnehmen.

Alles wieder auf Anfang

Taco Sommer 2010_2 © tacosfitnessblog

Sommer 2010 – 130kg

Es sollte nicht sein.

Im Winter 2010 folgte mein zweiter Burn Out. Ich schleppte es schon eine Weile mit mir herum. Ich tanzte auf vielen Hochzeiten gleichzeitig und hatte sehr viel Stress um die Ohren. Dann war da noch die Angst, wieder so zu werden wie früher. Aber hey, ich dachte ich hätte alles im Griff. Wie sehr man sich täuschen kann. 

Als das mit dem Burn Out losging wurde ich an die Neurologie überwiesen. Nach Dutzenden Untersuchungen erzählte ich dem Arzt wie ich lebe, mich ernähre, der Stress, meine Ziele, meine Projekte usw. usf. Er sagte mir damals schon, ich solle mindestens 3 Gänge runterschalten. Aber nein, so Stur wie ich war, gab ich noch mehr Gas.

Es folgte was folgen muss. Schwere Depressionen begleitet von Panikattacken. Mein Gewicht schoss nach oben. Nicht kontinuierlich, eher Schubweise. Um dem entgegenzuwirken wollte ich nicht die Fehler von damals begehen. Ergo steigerte ich mein Sportpensum und reduzierte meine Kalorien. Ständig saß mir die Angst im Nacken wieder so extrem zuzunehmen wie früher, verdängte diese Angst aber ständig. Ich pushte mich täglich am Ball zu bleiben und weiterzumachen. Heute weiß ich es besser. Ich hätte einfach einen cut machen und in Urlaub fahren sollen um abzuschalten. Aber wenn mich das Fieber mal gepackt hat gebe ich nicht so einfach auf. So kämpfte ich weiter. Das Gewicht stieg unaufhaltsam weiter. So wurde wieder das Sportpensum erhöht und die Kalorien weiter reduziert.

Es ist wie gegen den Strom zu schwimmen. Du gibst alles, aber es zehrt nur Deine Energie bis Du nicht mehr kannst. Und wenn es zu spät ist merkst Du, dass Du keinen Meter vorwärts gekommen bist. 

Taco 2012 © tacosfitnessblog

Herbst 2012 – 200kg+

Seelisch ging es mit mir steil bergab. Es war anders als bei meinem ersten Burn Out (2000). Ich hatte diesmal nicht nur mit Depressionen und Panikattacken zu kämpfen, sondern auch mit extremer Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Irgendwann begegnete ich beim Einkaufen meiner Hausärztin. Sie war schockiert über meine Gewichtszunahme und bat mich in die Praxis.

Nach einer Routineuntersuchung stellte man eine Schilddrüsenunterfunktion bei mir fest. Das fehlte mir gerade noch, ein hormonelles Problem das Depressionen, Unwohlsein, Gewichtszunahme etc. begünstigt. Zu allem Überdruss tauchten auch noch physische Probleme auf. Schmerzen in der Hüfte die auf das linkes Bein strahlten, begleitet mit einem Taubheitsgefühl. Es war mir nicht mehr Möglich längere Zeit zu stehen oder mit meinen Hunden Gassi zu gehen. Ich war infolgedessen bei einige Orthopäden, aber keiner konnte mir genau sagen woran es liegt, auch nicht nach der MRT. Das einzige was dabei herauskam war, „Herr Esin sie müssen abnehmen“. Eine Diagnose wie aus dem Lehrbuch.

Es war eine Odysee, bei dem ich nicht wusste wie ich ich sie beenden kann.

Im Winter 2012 hatte ich den Tiefpunkt meines Lebens erreicht. Das Gewicht schoss weit über 200kg hinaus. Seelisch und körperlich ging es mir miserabel. In nicht einmal zwei Jahren wurden all meine Ängste wahr und sogar noch schlimmer. Wir konnte es nur dazu kommen? Diese Frage lies mich nicht los. Es musste schnell eine Antwort her. So konnte es nicht weitergehen. 

Die Kettenreaktion

Ich lernte einen Neurologen kennen. Er ist Facharzt für Neurologie, Psychatrie und Psychotherapie. Nach einem kurzem Vorgespräch vereinbarte ich einen Termin in seiner Praxis. Was hatte ich schon zu verlieren, also nahm ich mir die Zeit und erzählte ihm in mehreren langen Sitzungen mein gesamtes Leben. Ich war zuvor schon mal bei einem Psychiater, hatte aber nicht das Gefühl dass mir tatsächlich jemand zuhört bzw. helfen möchte. Diesmal hatte ich ein gutes Gefühl. In der letzten Sitzung fragte ich ihn, ob er weiß was mit mir passierte.

Er erzählte mir wie es dazu kommen konnte und beantwortete mir all meine Fragen. Es machte Sinn.

8-Januar 2013 @tacosfitnessblog

Tiefpunkt 223kg (08.01.13)

Das Handeln bei Anzeichen eines Burn Outs begleitet mit Depressionen und Panikattacken entscheidet darüber welchen Weg der Körper und die Seele einschlägt.

Zum einen war da meine ständige, ja sogar schon panische Angst wieder so zu werden wie in den Jahren 2000-2003. Der erste Burn Out und seine Folgen hatten narben hinterlassen. Statt sich damit außeinander zu setzen, hatte ich es einfach verdrängt. Ich wollte weder etwas aus dieser Zeit wissen noch mir Fotos etc. ansehen.

Bei meinem zweiten Burn Out reagierte ich mit Panik. Statt Ruhe und Urlaub um zu mich zu regenerieren arbeitete ich weiter, schraubte meine Sporteinheiten höher und höher und reduzierte meine Kalorien bis auf 800kcal pro Tag. Mein Handeln verursachte nur noch mehr Stress. Der Körper reagiert bei jedem Menschen verschieden. Mein Körper baute an beiden Burn Outs jeweils eine Schutzwand (Fett) auf um sich quasi zu schützen.

Ich kam irgendwann an einen Punkt als ich buchstäblich von einem Apfel zunahm. Mit meinem Drang dagegen anzukämpfen habe ich mich selbst ins Aus manövriert. Als ich das begriffen hatte wog ich 223kg.

Ich hatte in weniger als 2 Jahren mehr als 120kg zugenommen. Meine Angst und meine Panik so dick zu werden wie früher brachten mich tiefer in den Abgrund als je zuvor.

Der Reset

Im Dezember 2012 zogen wir in eine neue Stadt. So nutzte ich die Gelegenheit und machte eine mehrwöchige Pause von allem (Training, Ernährung, Blog) Ich kümmerte mich um anderen Dinge wie z.B. um das Einrichten, Freunde besuchen, Lesen usw. Es war so befreiend innerlich nicht mehr diesen Kampf auszutragen. Statt gegen den Strom zu schwimmen entschied ich mich einfach davon treiben zu lassen. 

Voller Energie, Elan und Motivation beschritt ich im Februar 2013 meinen Weg in mein neues Leben. Und siehe da, es waren schon einige Kilos verschwunden.

Unser Gehirn ist das großartigste Instrument im Universum und obwohl die meisten nicht darüber nachdenken, ist doch unser Gehirn Herr aller Vorgänge unseres Körpers; bewusst und unbewusst.

Taco 2012-2014 © tacosfitnessblog

Mittlerweile sind (stand heute 01.09.2015) mehr als 29 Monate vergangen und ich habe erfolgreich mehr als 80kg abgenommen. Hinzukommt, dass ich heute mehr magere Muskelmasse aufgebaut habe als zu meinen durchtrainierten Zeiten 2009 und meiner Aufbauphase 2010.

Ich habe es zum zweiten Mal geschafft erfolgreich abzunehmen und mich aus einer aussichtslosen Situation herauszukämpfen. Das Geheimnis wie ich es geschafft habe? Es gibt kein Geheimnis! Stress minimieren, eine ausgewogene und vernünftige Ernährung, Krafttraining (Sport allg.) und der unbeugsame Wille es zu seinem Lifestyle zu machen sind die einzigen Zutaten die man dafür benötigt. 

In den vergangenen 29 Monaten habe ich wieder viel experimentiert. Meine Ernährung gestaltete ich Phasenweise High Carb, High Fat und Low Carb. Den ausschlagenden Erfolg rechne ich aber keiner einzelnen Ernährungsform an, sondern an den gesamten Ernährungslifestyle.

Mit nur einer Ernährungsform ist man limitiert und stößt früher oder später auf Plateaus. Auch wenn das nicht schlimm ist, kann sich das mitunter auf das Wohlbefinden auswirken. Um die Motivation und die Lust auf einem hohen Level zu halten habe ich die Erfahrung gemacht, unter den Ernährungsformen zu wechseln und auch mal komplett eine Pause vom Kaloriendefizit einzuplanen. Dabei lernt man auch etwas über seinen Körper und wie dieser auf die verschiedenen Makronährstoffverteilungen reagiert. So entwickelt man mit der Zeit seine eigene Routine und kreiert seinen eigenen persönlichen Ernährungslifestyle.

In der gesamten Zeit gab es keinen einzigen Tag an dem ich hunger musste. Oft im Gegenteil. Ich hatte Kalorien übrig und wusste nicht was ich noch essen soll.

Beim Sport sieht es da etwas anders aus. Mit mehr als 200kg auf den Hüften hat man nicht viel Auswahl. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass sich Krafttraining am besten für (extrem) Übergewichtige eignet sportlich aktiver zu werden. Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, Joggen, Walken etc. sind nicht empfehlenswert; zumindest nicht zu Beginn. Spazieren gehen ist aber völlig in Ordnung und sollte als Herz-Kreislauf Training eingebaut werden wie auch das Training auf einem Ergometer.

Taco 2013-2015

Meine Transformation. linkes Bild 01/2013, rechtes Bild 08/2015

Beim Krafttraining hat man einen großen Spielraum. Hier kann man den Trainingsplan bedarfsgerecht anpassen und somit einen gelenkschonenden Trainingsplan auf die Beine stellen.

Das Krafttraining bietet viele Vorteile. Zum einen kräftigen wir unseren gesamten Körper (Bänder, Sehnen, Gelenke, Knochen, Muskeln). Damit verleihen wir unserem Körper Stabilität. Desweiteren, umso mehr magere Muskelmassen, desto besser die Fettverbrennung. Mit jedem Gramm an gewonnener magerer Muskelmasse erhöht sich der Grundumsatz. Und genau das ist das Ziel. Optimaler Ausgangspunkt für Neulinge im Bereich Krafttraining. Denn zu Beginn sind die Fortschritte groß. Erst nach Jahren im Krafttraining, wenn man an seine genetischen Grenzen stößt, wird man für jedes Pfund Muskelaufbau hart kämpfen müssen.

Eines vorweg: die Befürchtung in kurzer Zeit enorme Muskelberge aufzubauen und später zu muskulös zu wirken ist unbegründet. Dazu bedarf es mehr als einfach nur Eisen zu stemmen. Dies gilt besonders für Frauen, die bisher einen großen Bogen um Krafttraining gemacht haben. Neben einem strengen Ernährungs- und Trainingsplan fehlt den Frauen das nötige Testosteron. Wer also einen straffen und knackigen Körper möchte, kommt an einem Krafttraining nicht vorbei. 

Mit den Fortschritten wird der Trainingsplan angepasst und sobald es das Gewicht zulässt, kann man Ausdauertrainingsarten einbauen.

Es ist nicht zwingend Notwendig im Training an seine psychischen und physischen Grenzen zu gehen um Fortschritte zu erzielen. Lasst euch bitte nicht vorgaukeln, dass es ohne Extreme die Mühe nicht wert ist! Wer sich an das Training gewöhnt hat und körperlich (wieder) belastbar ist, kann ein Intervalltraining wie HIIT und/oder Tabat einbauen um die Fettverbrennung zu fördern.

Meine Ziele 

Taco_Posing_1Beim abnehmen sollte es nicht allein darum gehen sein Gewicht zu reduzieren, sondern darum seinen persönlichen Fitness Lifestyle zu erschaffen, der es einem erlaubt sich gesund, vernünftig, satt und glücklich zu Ernähren, das Wohlbefinden zu stärken und fitter zu werden, um dadurch sein Gewicht an ein gesundes Maß zu reduzieren und zu stabilisieren. 

Mein Ziel ist es in Zukunft mit meiner langjährigen Erfahrung anderen beim erschaffen Ihres eigenen persönlichen Fitness Lifestyles zu unterstützen. Mein Blog „Taco`s Fitnessblog“ war mir ein großes Sprungbrett in diese Richtung. Mit TacoFit Online Coaching sowie meinen HIIT- Power Boxing und Abnehm-Kursen in Langenau kann ich nun meinem Traumberuf als Personal Trainer nachgehen. Meine Prüfungen zum Fitnesstrainer B-Lizenz, Sportrehatrainer sowie Ernährungstrainer habe ich erfolgreich auf der BSA Akademie absolivert.

Ab Frühherbst 2015 kannst Du an unserem Motivations-Seminar, HIIT, Tabata, Power Boxing Kursen sowie an unserem 4-wöchigen Abnehm-Kurs im Rehafit & Wellness Center Mangold in Langenau teilnehmen. Nähere Informationen findest Du auf TacoFit.

Ich stehe Dir stets für Fragen mit all meinem Wissen und Erfahrungen in den Bereichen Fitness, Ernährung und Krafttraining zur Verfügung. 

Gib Dich nicht auf! Ich weiß wie es ist stark übergewichtig zu sein und ich weiß worauf es beim abnehmen ankommt. Ich hole das beste für Dich aus Deinen Möglichkeiten heraus. Gemeinsam schaffen wir das!

Lass es uns angehen. Wir erschaffen Deinen persönlichen Fitness Lifestyle!

Dein Tarkan Taco

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